Die Anfänge der Besiedlung auf dem Gebiet von Kutno reichen bis in die Zeiten der Lausitzer Kultur. Im V. Jh. v. Ch. wohnten die Einwohner der damaligen Siedlung an der Ochnia in Häusern aus Baumstämmen und betrieben Ackerbau und Tierzucht. In der Epoche der römischen Einflüsse existierten zwei Siedlungen der Przeworsk-Kultur. Die lokale Bevölkerung unterhielt geschäftliche Kontakte mit dem Römischen Reich, wie die archäologischen Funde in Kutno belegen.
Bzura und Ochnia entlang, in Richtung Weichsel-Überquerung in Ottloschin, verlief wahrscheinlich eine wichtige Handelsroute, die zu einer der Abzweigungen der Bernsteinstraße gehörte. Auf der Route befanden sich möglicherweise Orte, an denen die römischen Händler übernachten, sich mit Lebensmitteln versorgen und ihren Handelsgeschäften nachgehen konnten. Der Überfall der Hunnen im V. Jh. hatte den Niedergang der Przeworsk-Kultur zur Folge, der Besiedlungsprozess wurde unterbrochen und das Ackerland wich sekundär dem Wald.
Erst im Zeitraum der Entstehung des Piastenstaates wurde der Besiedlungsprozess wieder dynamischer. Um die Burgen der Piasten herum entstanden Dienersiedlungen und Dörfer, und das Gebiet des ganzen Staates wurde durch ein Netz der Verkehrsrouten miteinander verbunden. Eine der Routen führte von Kalisch und Lenczyca über Kutno nach Masowien. Zum Schutz der Routen wurden Ritterfestungen gebaut. Eine solche wurde auch an der Ochnia errichtet und später, laut historischen Quellen, in eine gemauerte Ritterresidenz umgebaut.
Einer Sage aus dem XIX. Jh. nach, wurde Kutno von Piotr aus Kutna Hora (Tschechien) gegründet. Er kam hierher im Jahre 997 zusammen mit dem Heiligen Wojciech. Die Anwesenheit der ersten Tschechen in Großpolen wird auf die Zeit von Mieszko I. datiert, nachdem Poraj aus dem Adelsgeschlecht von Slavnikiden (Bruder von Bischof Wojciech) im Jahre 965 zusammen mit dem Gefolge von Dobrawa nach Polen kam. Was sehr interessant ist, eine Rose ziert das Wappen von Poraj (Gründer der Stadt Wreschen). Ein anderer Bruder von Bischof Wojciech, Sobieslaw von Slavnikiden, war im Dienst von Bolesław Chrobry. Der sagenhafte Piotr aus tschechischem Mähren, ein Vorfahre des Geschlechts Kucieńsscy des Wappens Ogończyk (ein späterer Besitzer von Kutno) wurde in Wappenbüchern aus dem XV. und XVI. Jh. erwähnt.
Einen Hinweis für den Ursprung von mittelalterlichem Kutno liefert uns der Name der Stadt, den man als „Moorbüschel “ übersetzen kann. Der phonetische Teil „kut“ weist auf die tschechische sprachliche Herkunft hin. Es ist durchaus möglich, dass die frühmittelalterliche Schutzburg an der Ochnia die Ankömmlinge aus Tschechien bewohnt hatten.
Östlich der Schutzburg (Richtung Lowitsch) gründete man ein Dorf mit einer Kirche, die dem heiligen Laurentius, dem Schutzheiligen der Ritter, gewidmet war. Der Kult von Heiligem Laurentius war im XII Jh. sehr verbreitet. Die ersten Laurentiuskirchen erschienen bereits in der zweiten Hälfte des XI Jhs. In der Zeit gewann die Lenczyca-Plock-Route an Bedeutung, denn Plock wurde zum Hauptsitz vom polnischen Herrscher Władysław I. Herman. Nahe der Route, nördlich von Kutno, wurde eine der Ritterburgen von Sieciech gegründet. Kutno lag damals in der Provinz Lenczyca. Deren Bewohner gaben Garbenzehnten an die Pfarrei in Lenczyca ab, die in der Mitte des XII. Jh. ausgestattet wurde. Die ersten bekannten Quellangaben zur Kutnoer Kirche stammen aus dem Jahr 1389.
Kutno wurde zum ersten Mal in einem Dokument von Siemowit IV., dem Fürst von Masowien, erwähnt, das am 25. Dezember 1386 für Andrzej von Radzików und Wola des Wappens Ogończyk ausgestellt wurde. Andrzej unterstützte die Kandidatur von Siemowit IV. für den polnischen Thron und war ein Verbündeter des Deutschen Ritterordens.
Zur Ortsentstehung kam es sehr wahrscheinlich, nachdem der Gostynin-Urwald bewirtschaftet wurde. In den historischen Quellen wird Kutno im Jahr 1432 zum ersten Mal als eine Stadt erwähnt.

1. Kutno – bekannt und unbekannt
Im Artikelzyklus u. d. T. „Kutno – bekannt und unbekannt“ präsentieren wir interessante Ereignisse aus der Geschichte unserer Stadt, beginnend in der frühesten Zeit bis ins XX Jh. Der Artikel schmückt die Ikonographie der Ausstellungsstücke aus den Sammlungen des Regionalmuseums in Kutno, die eine Basis einer neuen Museumsausstellung über die Geschichte der Stadt bildet.